Lothar Körner
Ein Mann der immer Gas gibt
Eine richtig handfeste Lehre als Maschinenbauer hat Lothar Körner nach seiner Grundschulzeit hinter sich gebracht, so eine, bei der der Chef noch sehr nachdrücklich werden konnte, wenn die Stifte nicht parierten. Doch offenbar gab diese dem 1943 Geborenen den richtigen Schubs, um auf der Volkshochschule den 10.-Klasse-Abschluss nachzuholen und, nachdem er 1964 bei der damaligen PGH Propangas als Gasanlagenmonteur angefangen hatte, noch einen Meisterlehrgang bei der Handwerkskammer zu absolvieren. Ab 12. Dezember 1969 durfte sich der strebsame junge Mann Schlossermeister nennen, ein Grund mehr, in seiner Produktionsgenossenschaft gemäß ihrem Aufgabengebiet jetzt erst richtig Gas zu geben. 1974 begann Lothar Körner mit dem Studium an der Markkleeberger Ingenieurschule für Energiewirtschaft. Doch bevor er diese 1979 mit dem Ingenieurabschluss verließ, hatte man ihn schon 1975 zum Vorsitzenden seiner PGH gekürt.
Im gleichen Jahr wurde der waschechte Hallenser, der sich mit seiner Stadt eng verbunden fühlt, Mitglied der LDPD. "Das war für mich unter den damaligen Gegebenheiten die richtige Partei, weil sie sich für die Belange der Handwerker einsetzte und in der ich ein ausgesprochen angenehmes menschliches Klima vorfand", begründet unser Parteifreund seine Entscheidung. An seine ehemalige Wohngebietsgruppe, die sich im "Böllberger" traf, erinnert er sich noch gern als eine "dufte Truppe".
Doch bevor Lothar Körner zu seiner heutigen Position als Geschäftsführer der Rheingas Halle-Saalegas GmbH aufstieg, hatte er die schwierige Aufgabe, seine Produktionsgenossenschaft 1990 zu einem der Marktwirtschaft gewachsenen Betrieb umzuwandeln. Dass es ihm gelungen ist, seinerzeit alle 32 PGH-Mitglieder zu übernehmen, die Genossenschaftsanteile gerecht auszuzahlen und den richtigen Mitgesellschafter zu finden, das freut ihn noch heute. Schließlich buhlte so manches westdeutsche Unternehmen um die Gunst der halleschen Propangasfachleute, die ihr Geschäft bis heute außerordentlich gut verstehen. In dem Namen des Unternehmens Rheingas Halle-Saalegas GmbH finden sich die beiden Gesellschafter wieder, die zu je 50 Prozent ihre Anteile halten - ein sehr ausgewogenes West-Ost-Gleichgewicht also! 18 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter ein Lehrling (L..K.: "Auf Lehrausbildung haben wir immer großen Wert gelegt!"), sorgen durch ihr hohes Engagement dafür, dass das Unternehmen an der halleschen Eisenbahnstraße 9 zu den führenden seiner Branche in Sachsen-Anhalt zählt. 75 Prozent des Umsatzes werden hierbei durch Tankgas, 25 Prozent durch Flaschengas und von letzterem wiederum zehn Prozent Autogas erzielt.
Erklärlich, dass man diesen erfolgreichen Geschäftsmann gern auch in anderen Gremien als "Boss" sieht. Schon seit 1991 ist Lothar Körner Regionalobmann des Deutschen Flüssiggasverbandes Region Ost für die Länder Berlin, Brandenburg, Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt. Und dem Industrie-Club Mitteldeutschland zu Halle steht er als Präsident vor.
Doch so sehr der kräftig gebaute Mann in Unternehmen und Ehrenämtern immer wieder tüchtig Gas gibt, so sehr weiß er ebenso die Freuden des Lebens zu schätzen. Dazu gehört die 40-jährige glückliche Ehe, aus der Tochter Annette und Sohn Henry hervorgingen. Letzterer ist ebenfalls "Gasmann" in der Firma des Vaters, und womöglich setzt Enkel Emil diese gasgetriebene Familientradition fort. Doch noch ist Lothar Körner für einige Jahre der Chef, der nicht nur solide Arbeit schätzt, sondern auch gutes Essen und Trinken sowie Geselligkeit mit ihm nahe stehenden Menschen. Solche findet der Liberale aus Überzeugung auch in der FDP, weshalb es für ihn nach der Wende kein Problem war, dass seine Partei als ersten Buchstaben im Kürzel kein L mehr, sondern dafür ein F hat.
Odo Lilienthal